Das Dilemma der Sandwich-Generation
Wer Kinder erzieht und gleichzeitig ältere Eltern unterstützt, steht oft unter enormem Druck. Dieses Lebenskapitel betrifft die sogenannte Sandwich-Generation. Tritt ein plötzlicher Pflegefall bei den Eltern ein, reagieren viele Angehörige emotional und verringern ihre wöchentliche Arbeitszeit, um für Vater oder Mutter da zu sein. Dieser verständliche Schritt wird jedoch schnell zur finanziellen Gefahr.
Wir bei Thalpos Pflegevermittlung wissen, wie wichtig die Wärme im eigenen Zuhause ist. Wir nennen dieses Gefühl thalpos. Doch Liebe allein schützt nicht vor Altersarmut. Mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) 2027 plant der Gesetzgeber drastische Einschnitte bei den Rentenbeiträgen für Pflegende. Sie müssen sich deshalb rechtzeitig mit den harten Zahlen auseinandersetzen, um nicht in eine biographische Falle zu geraten. Den Entwurf des Gesetzes können Sie beim Bundesgesundheitsministerium zum Pflegeneuordnungsgesetz einsehen.
Die primäre Rentenlücke: Der Lohnverzicht in Zahlen
Um die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, reduzieren viele Berufstätige ihre Arbeitszeit. Betrachten wir ein praxisnahes Modell: Eine 45-jährige Angestellte verdient bei einer 40-Stunden-Woche 4.000 Euro brutto im Monat. Erkrankt ihr Vater und benötigt Pflegegrad 3, halbiert sie ihre Arbeitszeit auf 20 Stunden, um die pflegerische Betreuung im häuslichen Umfeld abzusichern.
Dieser Wechsel kostet sie monatlich 2.000 Euro ihres Bruttoeinkommens. Über einen angenommenen Pflegezeitraum von fünf Jahren summiert sich dieser Lohnverzicht auf insgesamt 120.000 Euro brutto. Dieser Einkommensverlust schädigt ihre Altersvorsorge direkt. Mit dem vorläufigen Durchschnittsentgelt 2026 von 51.944 Euro entspricht ein Jahr mit 24.000 Euro weniger versichertem Brutto rechnerisch rund 0,462 Entgeltpunkten. Die spätere Monatsrente hängt jedoch vom dann geltenden Rentenwert und den weiteren Berechnungsfaktoren ab. Eine feste Kürzung um 98,20 Euro nach fünf Jahren ist damit nicht zugesichert. Einen Überblick über diese Mechanismen bietet der Focus-Artikel zur Rentenkürzung für Pflegende.

Experten-Tipp
Sebastian Schugar
Die sekundäre Rentenlücke: Wenn der staatliche Ausgleich schrumpft
Die Pflegekasse kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen Rentenbeiträge für nicht erwerbsmäßige Pflege zahlen. Maßgeblich sind unter anderem Pflegegrad, Leistungsart, Pflegeumfang, Erwerbstätigkeit und eine mögliche Aufteilung unter mehreren Pflegepersonen.
Der Juni-Entwurf sah eine allgemeine Verringerung der Beitragsbemessungsgrundlagen um 30 Prozent vor. Im Kabinettsentwurf vom September ist diese Kürzung nicht mehr enthalten. Ein pauschaler Entgeltpunktwert für jede Person mit Pflegegrad 3 wäre deshalb ebenso irreführend wie die Behandlung der damaligen Kürzung als heutige Regel. Juni-Entwurf, Art. 4; September-Entwurf, Art. 6.
Die Modellrechnung ist keine persönliche Rentenprognose
Das vereinfachte Teilzeitmodell zeigt einen Bruttolohnverzicht von 120.000 Euro über fünf Jahre. Daraus folgt keine allgemeine Verdreifachung der späteren Rentenlücke. Pflegebeiträge und Rentenzuwächse müssen für die tatsächlichen Versicherungs- und Pflegezeiten berechnet werden.
Die allgemeine 30-Prozent-Kürzung aus dem Juni-Entwurf ist entfallen. Lassen Sie die Folgen einer Arbeitszeitänderung deshalb anhand Ihrer konkreten Situation von der Deutschen Rentenversicherung erläutern. Eine Betreuungsentscheidung sollte nicht auf einem überholten Kürzungsmodell beruhen.

Experten-Tipp
Sebastian Schugar
Der Ausweg: Schützen Sie Ihre Erwerbsbiografie
Wer seine Angehörigen pflegt, darf nicht durch Altersarmut bestraft werden. Eine passende häusliche Betreuung kann Angehörige entlasten und dabei helfen, die eigene Erwerbstätigkeit fortzuführen. Ob Vollzeit weiterhin möglich ist, hängt vom tatsächlichen Bedarf, weiteren Hilfen und Ihrer beruflichen Situation ab. Betreuung garantiert weder ein unverändertes Einkommen noch eine vollständig geschlossene Rentenlücke.
Für selbst getragene begünstigte Arbeitskosten kann § 35a EStG eine Steuerermäßigung ermöglichen: 20 Prozent, insgesamt höchstens 4.000 Euro jährlich nach Absatz 2, soweit Einkommensteuer zu zahlen ist. Auch Betreuung im Haushalt der Eltern kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen erfasst sein.
Wir von Thalpos Pflegevermittlung begleiten Sie als heimatverbundene Fachagentur dabei, diesen Übergang zu gestalten. So bleibt die thalpos-Wärme im vertrauten Zuhause erhalten, während Sie Betreuung und Beruf gemeinsam planen.
Weitere Details zur rechtlichen Gestaltung finden Sie im Gegen-Hartz Ratgeber zur doppelten Kürzung.





